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Winter School

– Eco Training in the Arctic Environment

Nordlichter, Schnee und ganz viel Stille.

 

Ziel der Exkursion ist die Erkundung des norwegischen Hochfjells und der Küste der Lofoten und Vesterålen. Im Fokus der Exkursion steht die erdgeschichtliche Entwicklung und die daran anknüpfende Entstehung der oft gegensätzlichen Lebensräume. Wir werfen einen intensiven Blick auf die Sami und ihre Rentierherden, die Orcas und Pottwale des Nordatlantiks, die Fischer und Bauern der Lofoten und letztendlich auf die Auswirkungen des Klimawandels.

Unter den harten Bedingungen des arktischen Winters werden die engen Beziehungen zwischen Geo- und Biosphäre, Natur- und Kulturraum besonders sichtbar. Diese Zusammenhänge bilden nicht nur das Rückrad der Geographie und Landeskunde als Wissenschaft. Die Erkenntnis dieser Abhängigkeiten ist oft die Grundlage für ein Verständnis der immer komplexer werdenden globalen Probleme und Konflikte. Für Studenten anderer Fachrichtungen bietet dieser geographische Blick auf einen ausgewählten Lebensraum einen neuen Blickwinkel, der durch die intensiven Erfahrungen bei einer Skitour, den Walbeobachtungen oder letztlich durch das nächtliche Nordlicht verstärkt wird. Die besondere Betroffenheit der arktischen Lebensräume durch den Klimawandel soll die Teilnehmer zusätzlich für die Auswirkungen der voranschreitenden klimatischen Veränderungen sensibilisieren.

Die Tour

Mit Schneeschuhen bewegen wir uns im arktischen Fjell über die für das zentrale Norwegen typischen Hochplateaus und beschäftigen uns neben der Landschafts- und Siedlungsgeschichte vor allem mit der Anpassung von Flora, Fauna und Mensch an die Kälte. Durch eigene Klimamessungen und -experimente erforschen wir selbst die „Physik der Kälte“ und die physiologischen Anpassungen des menschlichen Körpers. Unsere Fortbewegungsmittel bieten uns die Möglichkeit tief in das Innland vorzudringen um so einen möglichst authentischen Eindruck von der Landschaft und den klimatischen Bedingungen zu gewinnen. Auch Ausflüge mit dem Hundeschlitten sind geplant, diese sind aber von den Wetter- und Schneebedingungen abhängig.

Mit Schneeschuhen bewegen wir uns im arktischen Fjell über die für das zentrale Norwegen typischen Hochplateaus

Der zweite Teil der Exkursion führt an die Küste, genauer auf die Inselgruppe der Vesteralen und Lofoten. Diese Region zeichnet sich durch deutlich mildere Wintertemperaturen aus. Bedingt durch den Golfstrom liegt die Jahresdurchschnittstemperatur hier 12 bis 14 Grad höher als auf gleicher geographischer Breite an der kanadischen Küste. Ganzjährig eisfrei und geschützt durch die einzigartigen Fjordlandschaften, sind diese Gewässer in den Wintermonaten Laichgrund für Hering und Dorsch. Während der Hering die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Meeressäuger bietet, war der Dorsch die Ursache für die Entwicklung der Jahrhunderte alten Lofotenfischerei, die Grundlage für die Entwicklung der weltbekannten Fischerdörfer auf den Inseln. Durch Erdölindustrie, Klima- und Strukturwandel bedroht ist diese einzigartige und besonders wertvolle Region mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die ökologischen Zusammenhänge des Küstenraums über und unter Wasser werden mit unseren meeresbiologischen Partnern vor Ort an Land und während der Bootsausfahrten zu Wasser erkundet. Während der zwei Tage auf See beobachten wir Pottwale und Orcas vor der Küste Andoyas. Ein Zwischenstop auf einem traditionell geführten Bauernhof bietet uns die Möglichkeit uns intensiver mit Themen wie Landnutzung und Strukturwandel auseinanderzusetzen.

 

Take the train avoid the plane

Ein nachhaltiger Umgang mit der Natur ist unser wichtigstes Anliegen und gehört zu den primären Zielen unserer Arbeit bei FRAM. Wir dürfen deshalb nicht die Augen davor verschließen, dass insbesondere Flugreisen bei unserem individuellen CO2-Fußabdruck einen enormen Anteil einnehmen. Die Kompensation der verursachten CO2-Emissionen ist ein Weg,den wir seit der ersten Stunde bei FRAM beschreiten. Gar nicht zu fliegen ist jedoch immer die bessere Alternative, weshalb wir wo auch immer möglich auf das Flugzeug verzichten.

Auch auf dieser Reise können wir problemlos 0,65 Tonnen CO2 pro Kopf einsparen.

Details zur Reise

Justin Pasi

Thematische Schwerpunkte

  • Geologische Entstehung und Reliefentwicklung
  • Paläoklima und Klimarekonstruktion
  • geomorphologische Prozesse & Glaziologie
  • Geländeklimatologie
  • Schneekunde
  • marine Ökologie
  • Anpassung von Flora & Fauna an die extremen Umweltbedingungen
  • Siedlungs- und Kulturgeschichte
  • Land- und Meeresnutzung, Fischfarming, Rentierzucht
  • Strukturwandel
  • touristische Nutzung & Umweltkonflikte
  • die Arktis im Klimawandel
  • Bewegen und orientieren im Gelände

 

Anforderungen

Die Teilnehmer sollten über eine durchschnittlich gute Kondition verfügen und in der Lage sein, über mehrere Stunden mit Gepäck von 5–10 kg auf dem Rücken zu laufen. Es empfiehlt sich, dass die Teilnehmer vorher schon in den Bergen unterwegs waren, da sie nur so ihre körperliche Beschaffenheit im Hinblick auf Wanderungen in unwegsamen Gelände wirklich einschätzen können. Bei Trittsicherheit und Schwindelfreiheit können aber alle Tourenabschnitte problemlos bewältigt werden. Die Teilnehmer sollten mit tiefen Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes zurechtkommen. Erfahrungen auf Ski sind hilfreich aber für die Fortbewegung auf Cross Country Ski nicht zwingend notwendig.

Reiseablauf

Anreise nach Stockholm und Weiterfahrt mit dem Nachtzug nach Gällivare.

Weiterfahrt über Jokkmokk nach Kvikkjokk ins Herz Schwedisch Lapplands. Hier übernachten wir in der Fjällstation nahe der Baumgrenze.

Ski- oder Schneeschuhtour an den Grenzen des Sarek Nationalparks. Wir erkunden den Schnee und seine Eigenschaften, legen ein Schneeprofil an, bauen ein Iglu, oder übernachten im Zelt.

Tagestour im Bereich von Kvikkjokk (Ziel abhängig von den Wetterbedingungen)

Weiterfahrt mit dem Arctic Circle Train über Kiruna und Abisko nach Narvik. Weiter mit dem Mietwagen nach Henningsvaer auf den Lofoten.

Tag in Henningsvaer. Wir beschäftigen uns mit traditionellem Fischfang besichtigen die traumhaft schöne Siedlung und entdecken die Spuren der Vergangenheit. Optional ist eine geführte Seekajaktour zwischen den Scheren an der Küste möglich.

Mit dem Auto erkunden wir den östlichen Teil der Lofoten. Je nach Wetter unternehmen wir eine Bergtour mit Schneeschuhen oder fahren an die Strände der Außenküste. Bisher wurden wir hier am Ende des Tages immer mit Nordlichtern belohnt.

Wir verlassen die Lofoten und fahren weiter auf die Vesteralen. Hier besuchen wir den Bio-Bauernhof von René und Julia Cortis und bekommen einen einzigartigen Einblick in die nachhaltige Landwirtschaft und Moorbewirtschaftung nördlich des Polarkreises. Wir verbringen den Tag teils auf dem Hof selbst, sowie im Hinterland des Betriebs. Je nach Wetterlage unternehmen wir eine weitere Schneeschuhtour. Die Nacht verbringen wir in Sortland.

Wir fahren weiter in das kleine Örtchen Blokken und bekommen hier die Möglichkeit eine Fischfarm für Lachs und Meerforellen zu besichtigen. Mit dem Boot fahren wir raus zu den Netzen und bekommen so einen direkten Einblick von der Produktion. Anschließend fahren wir weiter in das alte Fischerörtchen Nyksund, ein Highlight der Tour.

Nyksund war lange ein verlassenes Fischerdorf an der Außenküste der Vesteralen. Durch eine Initiative von Architekten, Naturliebhabern und Aussteigern wurde ein traumhaftes Beispiel für einen nachhaltigen touristischen Strukturwandel geschaffen. Zeit zum genießen sollte man sich hier unbedingt nehmen. Der Tag selbst steht zur freien Verfügung. Optional und in Abhängigkeit zu den Wetterbedingungen fahren wir euch nach Andenes, wo in Zusammenarbeit mit den Biologen von Sea Safari Pottwale beobachtet werden können.

Wir bleiben in Nyksund und unternehmen eine Bootstour um mehr über die Küstenökologie dieser Region zu erfahren. In der Regel begegnen uns Seeadler, Robben und mit etwas Glück auch Orcas. Anschließend schnallen wir uns noch einmal die Schneeschuhe unter die Füße und lassen unsere Reise mit einer Wanderung in die Berge enden.

Wie soll es weitergehen? Wir fahren euch zurück nach Narvik oder Sortland. Steigt in den Zug zurück in Richtung Süden, oder erkundet weitere Ecken dieser wunderschönen Küste. Wir helfen euch gerne dabei eure Reise spannend, erholsam und nachhaltig zu gestalten.

Reiseleistungen:

  • Wissenschaftliche Leitung durch Dr. André Baumeister.

  • 9 Reisetage

  • Anreise ab Stockholm (inkl. Nachtzug nach Narvik), Abreise ab Larvik

  • Unterkünfte für 8 Nächte

  • Nachtfahrt mit dem Arctic Circle Train von Stockholm über Kiruna und Abisko nach Narvik

  • Mietbus während der gesamten Reisezeit

  • 2 Ausfahrten für Buckelwal- und Orca-Beobachtungen

  • zahlreiche Wanderungen und Tagesexkursion die flexibel an die Wetter- und Schneebedingungen angepasst sind

  • Schneeschuhverleih (je nach Wetterbedingungen)

  • unterschiedliche Fach- und Gastvorträge

  • Besuch einer Fischfarm

  • CO2-Kompensation der gesamten Reise durch atmosfair.de

  • digitaler Exkursionsreader

Anmerkung:

Wir behalten uns vor die Tagesausflüge an die aktuellen Wetterbedingungen anzupassen. Sollte eine Ausfahrt mit dem Boot aufgrund des Wetters nicht zustande kommen, wird der volle Betrag für die jeweilige Leistung erstattet.

Teilnehmerzahl:
9 bis max. 11 Teilnehmer

 

Termin:

22.02–04.03.2021

 

Preis:

1725 €

1575 € (ermäßigter Studentenpreis)

Unsere Kontaktdaten:

Addresse:

Alsenstraße 15 / 44789 Bochum / Germany

phone:

+49 234 379 869 06 / +49 176 229 690 03

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