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“The North”

– Lebensräume Nordskandinaviens im Winter

Nordlichter, Schnee und ganz viel Stille.

 

Ziel der Exkursion ist die Erkundung des norwegischen Hochfjells und der Küste der Lofoten und Vesterålen. Im Fokus der Exkursion steht die erdgeschichtliche Entwicklung und die daran anknüpfende Entstehung der oft gegensätzlichen Lebensräume. Wir werfen einen intensiven Blick auf die Sami und ihre Rentierherden, die Orcas und Pottwale des Nordatlantiks, die Fischer und Bauern der Lofoten und letztendlich auf die Auswirkungen des Klimawandels.

 

Vorab: Corona/Covid 19 macht die langfristige Planung von Reisen quasi unmöglich. Wir versuchen weiter optimistisch in den Winter zu blicken und mit dieser Tour weiterhin, trotz ständiger Veränderungen der Reisebeschränkungen, die logistische Grundlage für ein unvergessliches Winterabenteuer zu schaffen. Kurz: Wir haben diese Exkursion in zwei Teile aufgeteilt, die nun auch unabhängig voneinander gebucht werden können. Sowohl der erste Teil der Exkursion in Schweden, als auch der zweite Teil auf den Lofoten und Vesteralen stehen nun für sich, und sind ein für sich stehendes Abenteuer. Fällt ein Teil, aufgrund aktueller Reisebeschränkungen aus, ermöglichen wir euch trotzdem eine unvergessliche Zeit. Wir hoffen selbstverständlich, dass wir den vollständigen Tourenplan realisieren können. Trotzdem werden wir weiterhin mit einer größtmöglichen Verantwortung Reisen, was in diesen Zeiten eben auch bedeutet, dass aktuelle Entwicklungen der Infektionszahlen immer berücksichtigt werden müssen. Weitere Infos zu unseren Corona-Guidelines findet ihr in den FAQs.

Unter den harten Bedingungen des arktischen Winters werden die engen Beziehungen zwischen Geo- und Biosphäre, Natur- und Kulturraum besonders sichtbar. Diese Zusammenhänge bilden nicht nur das Rückrad der Geographie und Landeskunde als Wissenschaft. Die Erkenntnis dieser Abhängigkeiten ist oft die Grundlage für ein Verständnis der immer komplexer werdenden globalen Probleme und Konflikte. Für die TeilnehmerInnen bietet dieser geographische Blick auf einen ausgewählten Lebensraum einen neuen Blickwinkel, der durch die intensiven Erfahrungen bei einer Skitour, den Walbeobachtungen oder letztlich durch das nächtliche Nordlicht verstärkt wird. Die besondere Betroffenheit der arktischen Lebensräume durch den Klimawandel soll die Teilnehmer zusätzlich für die Auswirkungen der voranschreitenden klimatischen Veränderungen sensibilisieren.

Die Tour

Mit Schneeschuhen bewegen wir uns im arktischen Fjell über die für das zentrale Norwegen typischen Hochplateaus und beschäftigen uns neben der Landschafts- und Siedlungsgeschichte vor allem mit der Anpassung von Flora, Fauna und Mensch an die Kälte. Durch eigene Klimamessungen und -experimente ergründen wir selbst die „Physik der Kälte“ und die physiologischen Anpassungen des menschlichen Körpers. Unsere Fortbewegungsmittel bieten uns die Möglichkeit tief in das Innland vorzudringen um so einen möglichst authentischen Eindruck von der Landschaft und den klimatischen Bedingungen zu gewinnen. Auch Ausflüge mit dem Hundeschlitten sind geplant, diese sind aber von den Wetter- und Schneebedingungen abhängig.

Mit Schneeschuhen bewegen wir uns im arktischen Fjell über die für das zentrale Norwegen typischen Hochplateaus.

Der zweite Teil der Exkursion führt an die Küste, genauer auf die Inselgruppe der Vesteralen und Lofoten. Diese Region zeichnet sich durch deutlich mildere Wintertemperaturen aus. Bedingt durch den Golfstrom liegt die Jahresdurchschnittstemperatur hier 12 bis 14 Grad höher als auf gleicher geographischer Breite an der kanadischen Küste. Ganzjährig eisfrei und geschützt durch die einzigartigen Fjordlandschaften, sind diese Gewässer in den Wintermonaten Laichgrund für Hering und Dorsch. Während der Hering die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Meeressäuger bietet, war der Dorsch die Ursache für die Entwicklung der Jahrhunderte alten Lofotenfischerei, die Grundlage für die Entwicklung der weltbekannten Fischerdörfer auf den Inseln. Durch Erdölindustrie, Klima- und Strukturwandel bedroht, ist diese einzigartige und besonders wertvolle Region mit enormen Herausforderungen konfrontiert. Die ökologischen Zusammenhänge des Küstenraums über und unter Wasser werden mit unseren meeresbiologischen Partnern vor Ort an Land und während der Bootsausfahrten zu Wasser erkundet. Wir besuchen eine Fischfarm und es besteht die Möglichkeit eine Bootstour zu den Pottwalen vor der Insel Andoya zu machen. Hin und wieder begegnet man in den Fjorden auch größeren Gruppen von Orcas. Ein Zwischenstop auf einem traditionell geführten Bauernhof bietet uns die Möglichkeit uns intensiver mit Themen wie Landnutzung und Strukturwandel auseinanderzusetzen.

 

Take the train avoid the plane

Ein nachhaltiger Umgang mit der Natur ist unser wichtigstes Anliegen und gehört zu den primären Zielen unserer Arbeit bei FRAM. Wir dürfen deshalb nicht die Augen davor verschließen, dass insbesondere Flugreisen bei unserem individuellen CO2-Fußabdruck einen enormen Anteil einnehmen. Die Kompensation der verursachten CO2-Emissionen ist ein Weg,den wir seit der ersten Stunde bei FRAM beschreiten. Gar nicht zu fliegen ist jedoch immer die bessere Alternative, weshalb wir wo auch immer möglich auf das Flugzeug verzichten.

Auch auf dieser Reise können wir problemlos 0,65 Tonnen CO2 pro Kopf einsparen.

Details zur Reise

Thematische Schwerpunkte

  • Geologische Entstehung und Reliefentwicklung
  • Paläoklima und Klimarekonstruktion
  • geomorphologische Prozesse & Glaziologie
  • Geländeklimatologie
  • Schneekunde
  • marine Ökologie
  • Anpassung von Flora & Fauna an die extremen Umweltbedingungen
  • Siedlungs- und Kulturgeschichte
  • Land- und Meeresnutzung, Fischfarming, Rentierzucht
  • Strukturwandel
  • touristische Nutzung & Umweltkonflikte
  • die Arktis im Klimawandel
  • Bewegen und orientieren im Gelände

 

Anforderungen

Die Teilnehmer sollten über eine durchschnittlich gute Kondition verfügen und in der Lage sein, über mehrere Stunden mit Gepäck von 5–10 kg auf dem Rücken zu laufen. Es empfiehlt sich, dass die Teilnehmer vorher schon in den Bergen unterwegs waren, da sie nur so ihre körperliche Beschaffenheit im Hinblick auf Wanderungen in unwegsamen Gelände wirklich einschätzen können. Bei Trittsicherheit und Schwindelfreiheit können aber alle Tourenabschnitte problemlos bewältigt werden. Die Teilnehmer sollten mit tiefen Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes zurechtkommen.

Reiseablauf

Eigene Anreise nach Stockholm. Von hier aus haben wir dir am Abend den Nachtzug ins winterliche Lappland gebucht.

Mit dem Nachtzug erreichst du das verschneite Gällivare, jenseits des Polarkreises. Von hier aus geht es mit dem Bus weiter über Jokkmokk nach Kvikkjokk im Herzen Schwedisch Lapplands.

Wir schnallen die Schneeschuhe an und starten unseren ersten Tagesmarsch (16 km) zur STF Bergütte Pårte, immer mit Blick auf die Berge des Tarakaise-Massivs.

Wir bewältigen die 25 km lange Tagesetappe zur Aktsestuga. Vom Eis des zugefrorenen Sees, auf dem wir uns einige Zeit bewegen, sehen Sie noch einmal das „Dreigestirn“ von Skierfe, Namasj und Tjakkeli. Dahinter ragen die Gipfel des Sarek in den Himmel, der Nationalpark, der auch als Europas letzte Wildnis bezeichnet wird.

Nach dem Frühstück starten wir zur kürzesten Etappe der Tour. Nach etwa 16 km werden wir die Sitojaurestuga erreichen. Wir haben genug Zeit um einzigartige Ausblicke zu genießen. Auf dem Weg blicken wir in das weltberühmte Rapadalen mit dem Delta des Flusses Rapaädno.

Von der Sitojaurestuga laufen wir ca. 20 km zur Fjällstation Saltoluokta, der letzten Station unserer Schneeschuhtour. Wir durchqueren eine endlose Schneelandschaft und genießen noch einmal die phantastischen Ausblicke in den Sarek-Nationalpark. Nach den anstrengenden letzten Tagen lädt am Abend die Sauna zum entspannen ein.

Wir haben Zeit für ein ausgiebiges Frühstück und eine entspannte Wanderung über den zugefrorenen See. Von hier aus fahren wir weiter nach Gällivare, wo wir die nächste Nacht verbringen.

Von hier aus gibt es die Option am nächsten Tag die Heimreise mit dem Zug nach Stockholm anzutreten. Wahlweise helfen wir euch auch bei der Planung weiterer Tage in in Kiruna, Abisko oder anderer Teile Schwedens. Geht die Reise mit uns hier für dich weiter, steigst du am nächsten Morgen mit uns in den Zug in die andere Richtung…

Wir fahren weiter mit dem Arctic Circle Train über Kiruna und Abisko nach Narvik. Die Strecke gehört zu den schönsten Zugstrecken Europas, und wir erleben den Übergang zwischen dem Hochfjell und der norwegischen Fjordlandschaft. Weiter geht es mit dem Mietvan nach Henningsvaer auf den Lofoten.

Ein Tag im malerischen Henningsvaer. Wir beschäftigen uns mit traditionellem Fischfang besichtigen die traumhaft schöne Siedlung und entdecken die Spuren der Vergangenheit. Optional ist eine geführte Seekajaktour zwischen den Scheren an der Küste möglich.

Mit dem Auto erkunden wir den östlichen Teil der Lofoten. Je nach Wetter unternehmen wir eine Bergtour mit Schneeschuhen oder fahren an die Strände der Außenküste. Bisher wurden wir hier am Ende des Tages immer mit Nordlichtern belohnt.

Wir verlassen die Lofoten und fahren weiter auf die Vesteralen. Hier besuchen wir den Bio-Bauernhof von René und Julia Cortis und bekommen einen einzigartigen Einblick in die nachhaltige Landwirtschaft und Moorbewirtschaftung nördlich des Polarkreises. Wir verbringen den Tag teils auf dem Hof selbst, sowie im Hinterland des Betriebs. Je nach Wetterlage unternehmen wir eine weitere Schneeschuhtour. Die Nacht verbringen wir in Sortland.

Wir fahren weiter in das kleine Örtchen Blokken und bekommen hier die Möglichkeit eine Fischfarm für Lachs und Meerforellen zu besichtigen. Mit dem Boot fahren wir raus zu den Netzen und bekommen so einen direkten Einblick von der Produktion. Anschließend fahren wir weiter in das alte Fischerörtchen Nyksund, ein Highlight der Tour.

Nyksund war lange ein verlassenes Fischerdorf an der Außenküste der Vesteralen. Durch eine Initiative von Architekten, Naturliebhabern und Aussteigern wurde ein traumhaftes Beispiel für einen nachhaltigen touristischen Strukturwandel geschaffen. Zeit zum genießen sollte man sich hier unbedingt nehmen. Der Tag selbst steht zur freien Verfügung. Optional und in Abhängigkeit zu den Wetterbedingungen fahren wir euch nach Andenes, wo in Zusammenarbeit mit den Biologen von Sea Safari Pottwale beobachtet werden können.

Wir bleiben in Nyksund, schnallen uns noch einmal die Schneeschuhe unter die Füße und lassen unsere Reise mit einer Wanderung in die traumhafte Bergwelt enden. Am Abend genießen wir unser gemeinsames traditionellen Dinner in den historischen Wänden der Nyksund Brygge.

Wie soll es weitergehen? Wir fahren euch zurück nach Narvik oder Sortland. Steigt in den Zug zurück in Richtung Süden, oder erkundet weitere Ecken dieser wunderschönen Küste. Wir helfen euch gerne dabei eure Reise spannend, erholsam und nachhaltig zu gestalten.

Reiseleistungen:

  • Wissenschaftliche Tourleitung durch Dr. André Baumeister.

  • Insgesamt 14 Reisetage

  • Anreise ab Stockholm und Nachtfahrt mit dem Arctic Circle Train

  • Mietvans während der gesamten Reisezeit zur individuellen Tourgestaltung auf den Lofoten.

  • Sämtliche Transferfahrten in Überlandbussen oder Zügen

  • Unterkünfte (Doppelzimmer, Mehrbettzimmer in Schweden) für 13 Nächte inkl. kleinem Frühstück. Während der Schneeschuhtour Vollverpflegung.

  • Eigene Schneeschuhe während des gesamten Reisezeitraums

  • Besuch der Fischfarm – Akvakultur i Vesteralen und des Demeter-Hofs des deutschen Geographen René Cortis

  • FRAM-Exkursionsreader (digital) mit zahlreichen Karten und informativen Abbildungen zu den Exkursionsthemen

  • Optionales Vorbereitungsseminar im Bochumer Stüh33. Hier lernen wir uns in entspannter Runde kennen, und es werden unterschiedliche Vorträge zur Einführung in die Region gehalten.

  • Optional zubuchbar: Seekajaktour um Henningsvaer, Whale Watching Trip zu den Pottwalen (gelegentlich auch Orcas) vor Andenes

  • Pro Teilnehmer fließen 2,5 % des Reisepreises in die CO2-Kompensation des Reisepreises und darüber hinaus in die Förderung unserer FRAM-Projekte zur Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung (BNE) in Schulen. Weitere Informationen hierzu auf unserer Website.

  • Rücktransfer nach Narvik (Bahnstation mit Verbindung nach Stockholm und Flughafen)

Und natürlich Nordlichter, Schnee und ganz viel Stille!

Anmerkung:

Wir behalten uns vor die Tagesausflüge an die aktuellen Wetterbedingungen anzupassen. Sollte eine Ausfahrt mit dem Boot aufgrund des Wetters nicht zustande kommen, wird der volle Betrag für die jeweilige Leistung erstattet.

Teilnehmerzahl:
10 bis 12 Teilnehmer

 

Termin
Teil 1: 04. – 10.03.2021, bei Fortsetzung bis 18.03.

 

Preise
Teil 1/Schweden: 1175 €

(Preis für Studierende 1075 €)

 

Teil 2/Norwegen: 1250 €

(P. f. S. 1150 €)

 

Vollständige Tour: 2190 €

(P. f. S. 2050 €)

Nützliche Informationen bezüglich der Auswirkungen von COVID19-Beschränkungen auf deine Reisebuchung bei FRAM findest du hier.

Impressionen vergangener Reisen

Blogbeitrag

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